Häuser Award 2007
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LICHTKUNST
Lichtkunst - Jenny
Holzer, Christian Boltanski und Ralph Ueltzhoeffer
EIN BERICHT VON M.
FREI
Die Lichtkunst von
Jenny Holzer, Christian Boltanski und Ralph Ueltzhöffer, unterschiedlich
in den Ansätzen und doch gemeinschaftlich in den Augen des Betrachters?
Mal mit der Eindringlichkeit der modernen Werbemedien von Jenny Holzer,
mal sind es Schatten marionettenhafter Figurinen von Christian Boltanski
die über die Wände tanzen oder ganz im Zeitalter des künstlichen Verlangens
Lichtobjekte von Ralph Ueltzhöffer, sogenannte Hologramme von Sonnenblumen,
die ursprünglich auf einer Geschichte basieren und den Raum auf eine
ganz besondere Weise für sich in Anspruch nehmen.
Würde man die Lichtkunst von Jenny Holzer, Christian Boltanski und Ralph
Ueltzhöffer gemeinschaftlich in ein und demselben Raum präsentieren,
könnte wohl keine der Arbeiten bestehen.
Die Raumabhängigkeit der einzelnen Arbeiten ist wohl unumstritten, und
doch besteht eine enge Verwandschaft der Grundzüge nicht nur durch die
Gemeinschaft des Lichts. Jenny Holzer (Protect me from what I want),
Christian Boltanski (Totentanz), Ralph Ueltzhöffer (Die Geschichte von
der hungernden Biene). Jenny Holzers, Christian Boltanskis und Ralph
Ueltzhöffers Arbeiten sind in der Lage, dem Betrachter gerade durch
die Wirkung des Lichtes und der Schatten eine Focussierung abzuringen,
die einer nicht-lichtbezogenen Arbeit wohl immer vorenthalten bleibt.
Raumabhängigkeit-Raumunabhängigkeit. Wie die raumbezogene Lichtinstallation
von Jenny Holzer "protect me from what I want" die, die brisante Situation
einiger New Yorker Stadteile in den achziger Jahren widerspiegelt und
somit sehr ortsbezogen funktioniert, steht im Gegensatz zu Ralph Ueltzhöffers
Arbeit, "Die Geschichte von der hungernden Biene", die raumunabhängig
in vielerlei Räume und in vielerlei Gedanken transportiert werden soll
(translocation). Ist der Raum allerdings mal entdeckt (roomdetecting),
wird dieser in starker Abhängigkeit zum Lichtobjekt (Hologramm) gestellt
und ist dann untrennbar mit ihm verknüpft. Boltanskis großes Thema ist
die Spurensicherung: die Rekonstruktion und Dokumentation individueller
Lebenslinien anhand einfachster Materialien wie Fotografien, Zeitungsausschnitte
oder alter Kleider. Mit Kerzen oder künstlichem Licht angestrahlt, lässt
Boltanski seit den 1980er Jahren die Schatten marionettenhafter Figurinen
über die Wände tanzen.
Für den einen Raum,
für alle Räume, für den einen Ort, für alle Orte. In wie weit die Arbeiten
den Betrachter mitnehmen, hängt selbstverständlich wie bei jeder Arbeit
vom ureigenen Charakter und der Sensibilität des einzelnen ab. Der Konsens
liegt also nicht nur in der Lichtfocussierung, Ort bzw. der Raum sind
natürlich auch wesentliche Faktoren.Ob werbewirksam wie Jenny Holzer,
im Reich der Schatten wie bei Christian Boltanski, oder einer Irritation
auf der Spur wie die Lichtobjekte (Hologramme) von Ralph Ueltzhöffer.
Ist der Deckmantel "Lichtkunst" nicht viel zu allgemein gehalten? Und
doch ordnet man alle drei Beispiele unter dieser Kategorie ein.
Wenn Jenny Holzer, Christian Boltanski und Ralph Ueltzhöffer gemeinsame
Sache unterstellt werden soll, liegt diese allerhöchstens in der konsequenten
Raumbetrachtung und nicht nur in der Ausführung durch Licht und Schatten.
Miriam Frei - Lichtkunst
von Jenny Holzer,Christian Boltanski und Ralph Ueltzhöffer.
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