
Häuser Award 2007

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Paola Canevari
Unter allen „armen"
Materialien ist die Poesie des Autoreifens und des Schlauchs noch wenig
untersucht worden. Das italienische Wort „camera d'aria", Luftraum,
bezeichnet am besten die Dimension von Möglichkeiten, die der römische
Bildhauer Paolo Canevari für sich entdeckt hat:
tatsächlich ist für ihn diese Materialwelt zu einem Ort geworden, zu
einem Arbeits- und zu einem Kunstort. Canevari, 1963 geboren, hat in
Rom eine klassische Ausbildung durchlaufen - dass seine Arbeit, noch
heute davon geprägt ist, einen klassischen Formen- und Materialkanon
einzureißen, zeigt seine authentische Haltung und gibt ihr seiner Arbeit
ein revolutionäres Engagement, wie man es sonst eher bei der Generation
davor findet.
Dazu gehören auch seine Performances und Happenings. Am besten versteht
man seine Skulpturen, wenn man die Chance hat, einmal zu sehen, wie
Canevari einen Schlauch, eine „camera d'aria", vom Haken nimmt-alle
Arbeiten sind immer nur mit einem Nagel an der Wand befestigt - und
dann die verschiedenen Formen wie das Vokabular eines Seiltricks mit
wenigen Gesten vorführt.
Trotz der Absage an klassische Traditionen schwingen aber andere italienische
Kulturerfahrungen in seiner Arbeit mit - wie etwa eine Auseinandersetzung
mit Katholizismus und Religion überhaupt, mit der Antike und Renaissance
schließlich mit dem individuellen Drama.
Paola Canevari
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