
Häuser Award 2007

|

|
REICHSTAG
Reichstagsgebäude
1881–1884: Planung
Seine Errichtung wurde bereits am 19. April 1871 vom Deutschen Reichstag
beschlossen. Die Ausführung verzögerte sich jedoch erheblich. Zunächst
wurde als Bauplatz das Grundstück des Grafen Atanazy Raczynski an der
Ostseite des Königsplatzes (heute: Platz der Republik) in Aussicht genommen,
und bereits im Dezember 1871 wurde ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben,
an dem sich 122 Architekten beteiligten. Diesen Wettbewerb entschied
im Juni 1872 Ludwig Bohnstedt aus Gotha für sich. Der preisgekrönte
Entwurf konnte aber nicht verwirklicht werden, da sich Graf Raczynski
weigerte, das Grundstück, auf dem sein von August Strack zwischen 1844
und 1847 errichtetes Palais stand, zu verkaufen. Der Reichstag entschied
sich deshalb, die Suche nach einem geeigneten Bauplatz fortzusetzen.
Erst 1881 fand diese Suche ein Ende, als der Reichstag dem Antrag zustimmte,
das Gelände an der Ostseite des Königsplatzes, das nach langwierigen
Verhandlungen mit dem Sohn und Erben des Grafen Raczynski jetzt zum
Verkauf stand, zu erwerben. Im Februar 1882 wurde ein neuer Architekten-Wettbewerb
ausgeschrieben, zu dem allerdings nur Architekten „deutscher Zunge“
zugelassen waren. Aus den ungefähr 190 Einsendungen gingen der Frankfurter
Paul Wallot und der Münchener Friedrich von Thiersch als Sieger hervor;
beide erhielten einen ersten Preis. Da aber Wallot mehr Stimmen auf
sich vereinigen konnte, wurde er mit der Ausführung beauftragt.
1884–1918: Bauausführung und Ausgestaltung Kaiser Wilhelm I. bei der
Grundsteinlegung zum Reichstagsgebäude. Hinter ihm, in weißer Uniform,
Otto von Bismarck Reichstagsgebäude (bis etwa 1900), Blick von der Siegessäule,
die hier bis 1938 standAufgrund von Einwänden der Reichstagsbaukommission
musste Wallot seinen Plan mehrmals überarbeiten, bis mit dem Bau begonnen
werden konnte; am 9. Juni 1884 fand die feierliche Grundsteinlegung
statt. Dabei zersprang der Hammer, mit dem Kaiser Wilhelm I. den Grundstein
„absegnete“. Während des Baus mischte sich der neue Kaiser, Wilhelm
II., mehrmals in die Planung für das "Reichsaffenhaus", wie er den Reichstag
bezeichnete, ein und diktierte Wallot seine Vorstellungen. Dieser ließ
sich jedoch nicht beeinflussen, was ihn die Sympathie des Kaisers kostete.
Nach zehn Jahren Bauzeit konnte der Reichstag mit einer feierlichen
Schlusssteinlegung am 5. Dezember 1894 übergeben werden. Das Gebäude
ist im Stil des Eklektizismus erbaut, wobei die Italienische Hochrenaissance
besonders vertreten ist. Wallot wandte also diesen Stil auf Deutschland
an, indem er regionale Baustile der deutschen Staaten, Schriften, Schmucktafeln
und Figuren der deutschen Kulturkreise einfließen ließ. Obwohl man ihm
später vorwarf, er hätte einen „Stilmischmasch“ hervorgebracht, erschuf
Wallot erst dadurch ein Gebäude, das die Souveränität der Deutschen
Kleinstaaten betonen, aber trotzdem auch vereinen konnte und so gewissermaßen
künstlerisch eine Legitimität für den deutschen Staat schaffte, die
im Parlament, in dem ja Vertreter aller Volksgruppen zusammentrafen,
ihre Krönung fand. Die Krönung des Gebäudes selber war die an der Spitze
75 Meter hoch ragende Kuppel (ausgeführt durch den Bauingenieur Hermann
Zimmermann), die allerdings kein Symbol der Renaissance oder der kulturellen
Vielschichtigkeit, sondern des überlegenen technischen Fortschritts
Deutschlands war. Sie war ganz aus Stahl und Glas gefertigt und für
ihre Zeit eine technische Meisterleistung. Obwohl ihr Innenraum keine
spezielle Funktion hatte, versorgte sie dennoch den Plenarsaal mit natürlichem
Licht und gab dem deutschen Parlamentsgebäude einen würdigen Abschluss.
Die Innenräume waren äußerst prachtvoll und repräsentativ ausgestattet.
An vielen Orten fanden sich heraldische Symbole, Statuen großer Deutscher
und Gemälde. Das Reichstagsarchiv umfasste schon bald Millionen von
Bänden, die mit einem genialen pneumatischen Aufzugsystem in den Lesesaal
verschickt werden konnten. Ebenso hatte der Reichstag ein eigenes Kraftwerk
und war so als erstes Parlamentsgebäude Deutschlands vollständig mit
elektrischem Strom versorgt. Wallot hatte für den Portikus den Schriftzug
„Dem Deutschen Volke“ vorgesehen, dessen Anbringung Kaiser Wilhelm II.
jedoch ablehnte. Erst 1916 wurde der Schriftzug auf Anregung des damaligen
Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg angebracht, nachdem die
SPD den Kriegskrediten zugestimmt hatte und der Kaiser sich mit dem
Parlament „versöhnt“ hatte. Die Bronze für die Buchstaben wurde auf
kaiserliche Anordnung aus erbeuteten Geschützen gewonnen. Der Schriftzug
wurde zeitgenössisch gestaltet und durch den Architekten Peter Behrens
ausgeführt. Bereits kurz nach Inbetriebnahme des Gebäudes fiel sein
größter Mangel auf: Das Fehlen von Büroräumen für die Abgeordneten selber.
Dieser Mangel konnte auch durch Umbauten in den folgenden Jahren nicht
behoben werden. Legenden ranken sich um die Reichstagskantine, die nach
ihrem Pächter Fraktion Schulze genannt wurde. Bis heute hält sich das
Vorurteil, dass die Kantine im Reichstag das schlechteste Restaurant
Berlins sei. Am 9. November 1918 rief der sozialdemokratische Politiker
Philipp Scheidemann von einem Fenster des Lesesaales durch einen der
Westbalkone die Republik aus und beendete damit die Monarchie. An dieser
Stelle ist heute eine Gedenktafel angebracht.

1933: Reichstagsbrand und Nationalsozialismus Der brennende Reichstag Am 27. Februar 1933
wurde im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes Feuer gelegt, er brannte
völlig aus. Kurz darauf wurde der niederländische Kommunist Marinus
van der Lubbe, der zuvor gedroht hatte, ein Berliner Verwaltungsgebäude
in Brand zu stecken, verhaftet. Er wurde im Mai 1933 zusammen mit prominenten
Mitgliedern der KPD, darunter Georgi Dimitroff, vor dem Reichsgericht
in Leipzig wegen Brandstiftung angeklagt. Die NS-Führung hatte zuvor
noch dafür gesorgt, dass für Brandstiftung fortan die Todesstrafe galt
und auch rückwirkend verhängt werden konnte, so dass van der Lubbe zum
Tode verurteilt und hingerichtet werden konnte. Die Mitangeklagten mussten
aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden.
Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wer für den Brand verantwortlich
ist. Sicher ist auf jeden Fall, dass er allein den Nationalsozialisten
nützte, weil sie so gewissermaßen den Beweis für einen drohenden kommunistischen
Umsturzversuch und die unmittelbare Gefahr eines Bürgerkrieges in den
Händen hatten und so den Reichspräsidenten davon überzeugen konnten,
einen Großteil der Grundrechte außer Kraft zu setzen. Dieser erließ
am 28. Februar die „Verordnung zum Schutze von Staat und Volk“ (Reichstagsbrandverordnung),
in welcher die allgemeinen Grundrechte temporär außer Kraft gesetzt
wurden. Auf diese Weise war den vielfach als Hilfspolizisten eingesetzten
SA-Schlägertrupps freie Hand gelassen. Nach dem Brand tagte das Parlament
in der gegenüber liegenden Krolloper. Das Gebäude selber wurde äußerlich
in Stand gesetzt und sollte auf persönlichen Wunsch Hitlers auch in
das Regierungsviertel der „Welthauptstadt Germania“ miteinbezogen werden.
Zudem stand bis 1938 die Siegessäule vor dem Gebäude, welche für die
geplanten Umbauten abgetragen und an ihrem heutigen Standort auf dem
"Großen Stern" wieder errichtet wurde. Im Reichstag wurden während der
nächsten Jahre Propagandafilme gezeigt, und im Laufe des Kriegs wurde
die gynäkologische Station der nahegelegenen Charité dorthin verlegt,
was zur Folge hatte, dass einige hundert Berliner im Reichstag das Licht
der Welt erblickten und heute noch einige Geburtsurkunden mit dem Eintrag
"Berlin - Reichstagsgebäude" als Geburtsort existieren. Die Rote Armee
sah in dem Gebäude ein Schlüsselsymbol des NS-Regimes. Am 30. April
1945 wurde es vom 176. Regiment der 150. Schützendivision in der 3.
Stoßarmee der 1. Weißrussischen Front eingenommen. Am gleichen Abend
hissten die Sergeanten Meliton Kantaria und Micheil Jegorow eine von
neun aus Moskau eingeflogenen Siegesfahnen zunächst über dem Eingangsportal,
dann auf der Kuppel. Im Keller des Reichtagsgebäudes verbarrikadierten
sich noch SS-Einheiten, die erst am 2. Mai kapitulierten. Die Siegesfahne
wurde am 20. Juni 1945 zur Siegesparade nach Moskau gebracht und befindet
sich heute im russischen Armeemuseum. [Bearbeiten] 1945–1990: Deutsche
Teilung Reichstag nach alliierter Bombardierung, 3. Juni 1945Das Reichstagsgebäude
wurde nach dem Reichstagsbrand 1933 und im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt.
Bei der Eroberung Berlins 1945 entstand ein berühmtes Foto, das den
ukrainischen Soldaten Alexei Berest beim Hissen der sowjetischen Fahne
zeigt. Die Szene auf diesem Foto wurde allerdings einige Tage nach dem
tatsächlichen ersten Hissen der Fahne auf dem Reichstag für die Aufnahme
nachgestellt, während der Kampfhandlungen war das Fotografieren unmöglich.
Die markante Kuppel wurde am 22. November 1954 zur Entlastung des restlichen
Gebäudes und wegen angeblicher statischer Unsicherheit gesprengt. Diese
Entscheidung wird in der Fachliteratur zuweilen als „fragwürdig“ bezeichnet.
In den folgenden Jahren wurde das Gebäude, das unter die Obhut der neugegründeten
Bundesbauverwaltung gestellt worden war, zunächst gesichert und die
Fassade in vereinfachter Form wiederhergestellt.
Der in den Jahren
1958 bis 1971 durchgeführte Wiederaufbau zerstörte die historische Identität
des Gebäudes, in dem sämtliche Stuckaturen und verbliebene Holztäfelungen,
Türen etc. einfach zerstört wurden und das Gebäude in völlig veränderter
Raumfolge gegliedert wurde. Der neu entstandene Plenarsaal war dreimal
so groß wie der alte und selbst für ein gesamtdeutsches Parlament zu
groß. Sämtliche heraldischen Verzierungen wurden entfernt, mit der Begründung,
der Architekt Paul Wallot hätte sie nie so auszuführen beabsichtigt
und man hätte in seinem Sinne gehandelt. Diese Behauptung ist schon
deshalb falsch, weil Paul Wallot mit seinen zahlreichen Schmuckarbeiten
gerade die kulturelle Vielfalt der Bundesstaaten des Deutschen Reichs
betonen wollte und zum Beispiel regionale Baustile übernahm. Verantwortlicher
Architekt für diesen Umbau war Paul Baumgarten, der allerdings in den
meisten Entscheidungen von der Bundesbaudirektion bevormundet wurde.
Diese Art von Umgang mit historischer Architektur entsprach dem Zeitgeist
der 1960er und 1970er Jahre, insbesondere in Berlin.
Zu Zeiten der deutschen
Teilung von 1961 bis 1989 verlief die Berliner Mauer unmittelbar an
der Ostseite des Reichstagsgebäudes. Im Gebäude war ein Museum über
den Bundestag und die Geschichte des Reichstagsgebäudes eingerichtet.
Bis zur Wiedervereinigung fanden vereinzelt Fraktions- oder Ausschusssitzungen
im Gebäude statt, eine plenarparlamentarische Nutzung war aufgrund der
Vertragslage mit den Siegermächten nicht möglich. Für ausländische Staatsgäste
war der Besuch der Außenterrassen mit Blick über die Berliner Mauer
gewissermaßen Pflichtprogramm. Gleichzeitig wurde im Gebäude die Ausstellung
Fragen an die Deutsche Geschichte gezeigt, die mehrere Millionen Besucher
in das Haus lockte. Nach der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober
1990 beschloss der gesamtdeutsche Bundestag am Ende einer ausgiebigen
und kontroversen Debatte am 20. Juni 1991 den Umzug von Parlament und
Regierung von Bonn nach Berlin und damit die Verlegung des Bundestages
in das Reichstagsgebäude.

1995–1999: Umbau Reichstagskuppel bei Tag mit Tageslichtspiegeln Bundesadler im
ReichstagEin internationaler Architektenwettbewerb zum Umbau des Reichstagsgebäudes
für die künftige Nutzung durch den Deutschen Bundestag wurde ausgeschrieben.
Der Architekt Sir Norman Foster erhielt den Zuschlag, allerdings für
einen wesentlich anderen Entwurf, als tatsächlich realisiert wurde.
Er plante in seinem Ursprungsentwurf, über das gesamte Reichtagsgebäude
und das umgebende Gelände ein freistehendes Glasdach zu spannen, das
etwa dessen doppelte Grundfläche gehabt hätte. Dieser Entwurf stieß
jedoch (nicht zuletzt wegen der enormen Kosten von bis zu ca. 1,3 Milliarden
DM) bei vielen Bundestagsabgeordneten und der Berliner Bevölkerung auf
Ablehnung. Sie sah in diesem Entwurf "deutschlands teuerste/größte Tankstelle".
So wurde Foster genötigt, stattdessen die später so viel beachtete Glaskuppel
zu planen. Als Gegenleistung erhielt er das Recht, die Rückseite des
Bundesadlers im Plenarsaal zu gestalten. Im Juni 1994 entschied sich
dann der Bauausschuss mit nur einer Stimme Mehrheit für diesen Entwurf
und damit gegen die einzige übrig gebliebene Alternative, den originalgetreuen
Wiederaufbau der ursprünglichen Kuppel. Dietmar Kansy (CDU) und insbesondere
Peter Conradi (SPD) haben den Umbau des Reichstagsgebäudes zum Sitz
des Deutschen Bundestages als Mitglieder der Baukommission maßgeblich
geprägt. 1995 verhüllten die Aktionskünstler Christo und Jeanne-Claude
das Gebäude, bevor ein umfassender jahrelanger Umbau unter der Regie
des Büros Foster & Associates einsetzte, bei dem das Gebäude auch wieder
eine Kuppel bekam.
Beim Umbau wurde
besonders auf ökologische Faktoren Rücksicht genommen. Spezielle Verglasungen
und Isolierungen sollen den Energieverlust verringern, ein Heizungs-
und Kühlungssystem nutzt eine unterirdische Wärmequelle bzw. eine kühlende
Grundwasserschicht zur Wärmeregulation. Ein kompliziertes System aus
Spiegeln leitet das Licht der Sonne aus der Kuppel bis in den Sitzungsaal
hinab. Wie in der Anfangsphase des Reichstags gibt es auch jetzt wieder
ein eigenes Kraftwerk, das mit Biodiesel aus Mecklenburg-Vorpommern
betrieben wird. Gestaltung und Nutzung Innenansicht des
Plenarsaals 2004Die neuartige begehbare gläserne Kuppel ist ein neues
Wahrzeichen für Berlin. Sie dient zugleich der Belichtung und Belüftung
des Plenarsaals. Das Gebäude ist mit vielen Kunstwerken internationaler
zeitgenössischer Künstler geschmückt. Es befinden sich Sitzungsräume
und ein Restaurant im Haus. Die eigentlichen Arbeitsräume der Abgeordneten
des Deutschen Bundestages befinden sich in den umliegenden Neubauten
der Paul-Löbe- und Jakob-Kaiser-Häuser. Der riesige Plenarsaal bildet
den Mittelpunkt des Reichstagsgebäudes und reicht praktisch durch das
ganze Haus. Er ist von fast allen Stockwerken einsehbar. Das macht deutlich,
dass sich hier das Zentrum der parlamentarischen Demokratie befindet.
Erstmals nach dem Umbau wurde das Reichstagsgebäude von der Bundesversammlung
zur Wahl des Bundespräsidenten 1999 genutzt. Offiziell heißt das Gebäude
Plenarbereich des Deutschen Bundestages.
In den Räumen um
den Plenarsaal befinden sich zahlreiche Kunstwerke internationaler Künstler.
Der Anschaffungswert der einzelnen Kunstwerke wurde nicht veröffentlicht,
insgesamt wurde für Kunstwerke im Reichstagsgebäude 4 Millionen Euro
ausgegeben. Markante Orte im Reichtstag Westbalkon
Die Westbalkone befinden sich in nördlicher Richtung (rechts) neben
dem Hauptportal. Vom zweiten von ihnen rief am Nachmittag des 9. November
1918 der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion, Philipp Scheidemann,
die Republik aus. An dieser Stelle ist heute eine Gedenktafel angebracht.
Seine Rede ist in zahlreichen Versionen überliefert. 1928 schreibt er
selbst in seinen Memoiren: „Arbeiter und Soldaten! Furchtbar waren die
vier Kriegsjahre. Grauenhaft waren die Opfer, die das Volk an Gut und
Blut hat bringen müssen. Der unglückselige Krieg ist zu Ende. Das Morden
ist vorbei. Die Folgen des Kriegs, Not und Elend werden noch viele Jahre
lang auf uns lasten. Seid einig, treu und pflichtbewusst! Das Alte und
Morsche, die Monarchie, ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue! Es
lebe die Deutsche Republik!“ Einige Stunden später rief Karl Liebknecht
vom Berliner Stadtschloss die Räterepublik aus. [Bearbeiten] Unterirdischer
Gang Bei den Umbaumaßnahmen nach der Wiedervereinigung in den 1990er
Jahren wurde ein Rohrleitungsgang entdeckt. Vor dem Reichstagsbrand
verband dieser den Reichstag mit dem Reichstagspräsidentenpalais, das
heute Sitz der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft ist. Gerüchten
zufolge sollen Angehörige der SA 1933 diesen Gang in den Reichstag genutzt
haben, um das Haus in Brand zu legen, was allerdings nie bewiesen wurde.
Ein Teil des Heizungsganges ist bei den Bauarbeiten herausgesägt worden
und steht nun in der Fußgängerunterführung vom Reichstag zum Jakob-Kaiser-Haus.
[Bearbeiten] Russische Graffiti Sowjetische Soldaten hinterließen Inschriften
an den Wänden. Einige wurden erhalten.Für die Sowjetunion galt der Reichtstag
als Symbol für den Beginn des Dritten Reiches und erhielt so große politische
Bedeutung in der Schlacht um Berlin. Die Schlacht um den Reichstag begann
am 29. April 1945 und endete drei Tage später. In den Tagen danach nutzen
viele sowjetische Soldaten die Mauern, um sich in ihnen zu verewigen.
Einige von ihnen wurden als Erinnerung am Originalstandort stehen gelassen
und in den umgebauten Reichtstag integriert, nachdem Frau Prof. Dr.
Rita Süssmuth einen russischen Diplomaten um Übersetzungen gebeten hatte:
neben Aussagen à la "Ich war hier" sind demnach auch sexistische bis
rassistische Kommentare zu lesen. Gedenkstätte und Abgeordnetenlobby
Im Erdgeschoss befindet sich hinter dem Plenarsaal eine Abgeordnetenlobby,
die die Künstlerin Katharina Sieverding als Gedenkstätte für die von
1933 bis 1945 verfolgten Mitglieder des Reichstages gestaltet hat. Am
Kopfende des Raumes befinden sich ein Gemälde und drei Holztische mit
Gedenkbüchern, in denen zu jedem der 120 ermordeten und vielen weiteren
emigrierten Abgeordneten eine kurze Biografie steht. [Bearbeiten] Fraktionsebene
Die dritte Etage des Reichstages ist den Abgeordneten bzw. den Fraktionen
vorbehalten. Dabei verfügt jede der im Parlament vertretenen Parteien
über eigene Versammlungssäle. Journalisten dürfen lediglich den Eingangsbereich
betreten, in dem oft Presseerklärungen abgegeben werden.
Leuchtschriftbänder In der nördlichen Eingangshalle hat die US-amerikanische
Künstlerin Jenny Holzer eine Stele installiert, auf der digitale Leuchtschriftbänder
Reden von Reichstags- und Bundestagsabgeordneten von 1871 bis 1992 dokumentieren.
Holzer wählte hierzu insgesamt 442 Reden mit Zwischenrufen aus, die
sie in Themenblöcken aneinanderreihte. Sie haben eine Gesamtlänge von
20 Tagen.

Kunst-Kultur-Forum - Information Aktuell - Berlin Galerie-Neuss
|
|
|

Mariannembrunnen FAK

Ment-Entwurf Rhöder& Partner


|